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  • gabo

Mental Diet - Gesunde Ernährung ist mehr als Essen



Trend um gesunde Ernährung


Vielleicht geht es dir mittlerweile schon auf den Sack - immer diese gesunde Ernährung. Wenn dem so ist, keine Sorge, hier geht es ausnahmsweise mal nicht um das, was dir Hello Fresh verkaufen will.


Der gesunden Ernährung liegt natürlich ein Ziel zu Grunde. Du isst ja nicht gesund, um gesund zu essen.


In der Regel willst du gesund werden, gesund sein und gesund bleiben. Wenn du das bist, ist dein Körper leistungsfähiger, du bist zufriedener und du fühlst dich gut.


In dieser Hinsicht ist dein Essen aber nur ein Einfluss von ganz vielen. Du nimmst am Tag nämlich noch ganz viel mehr auf. Du kaust und löffelst es nur nicht.


Wir ernähren uns genauso durch Informationen, soziale Beziehungen und körperliche Aktivität. Körperliche Aktivität lasse ich mal außen vor. Wie wichtig Sport für unsere Gesundheit ist, wurde schon oft genug erzählt.


Aber besonders die Informationen, die du täglich konsumierst und die Menschen, mit denen du dich regelmäßig umgibst, haben mindestens den gleichen Einfluss auf deine Gesundheit.



Gesunde Ernährung ist mehr als Brokkoli und Walnüsse


Beim Essen ist es nicht schlimm, mal einen dicken Burger in sich rein zu schieben. Mal! Ebenso kannst du natürlich auch bei allem anderen hin und wieder eine Ausnahme machen. Nein, solltest du vielleicht sogar.


Aber langfristig solltest du gucken, dass du deine Informationen und Freunde bewusst wählst. Was passieren kann, wenn du es nicht tust, konnten wir die letzten Jahrzehnte am Beispiel von sozialen Medien super beobachten.


Eigentlich will ich gar nicht auf diesen "Soziale-Medien-sind-super-gefährlich"-Zug aufspringen, weil ich der Meinung bin, dass sie unglaublich hilfreich und gut sein können. Aber die Verknüpfung zu Depressionen und anderen psychischen Erkrankungen von Menschen, die keinen vernünftigen Umgang mit sozialen Medien gelernt haben, sind teilweise schon bedrückend.


Deine Peer-Group hat ebenso einen riesigen Einfluss auf dich. Ich würde es nicht genauso unterschreiben, aber Jim Rohn sagt beispielsweise, dass wir der Durchschnitt unserer 5 engsten Freunde sind. Und definitiv färben die Leute, mit denen wir uns umgeben, positiv oder negativ auf uns ab.


So, wie ist das jetzt nochmal mit dem gesund bleiben?


Du kannst Essen, was du willst. Wenn der Rest deiner Ernährung, der Rest von allem, was du täglich aufnimmst, physisch oder psychisch, nicht genauso gut gewählt ist, kannst du trotzdem krank werden.


Natürlich bin ich nicht der Erste, der das anspricht. Seit Jahren gibt es schon den Trend mal ein Digital Detox einzulegen - für eine Woche einfach mal keine elektronischen Geräte. Ich glaube aber, dass dir das nicht sonderlich hilft.


Wieso und worauf du noch so achten solltest, gucken wir uns jetzt mal an.



Gesunde Informationen


Wo kriegst du Informationen her?

Welche Apps nutzt du?

Welchen Accounts folgst du?

Was vermitteln die dir für ein Weltbild?


Folgst du mehrheitlich Leuten, die dir vermitteln, dass sie immer an den schönsten Orten sind, immer die neuste Mode haben, quasi nie arbeiten, die perfekte Beziehung führen und das perfekte Leben haben?


Kein Wunder, wenn du der Meinung bist, dass du nur so glücklich wirst und das Gefühl hast dein Leben sei nicht genug. Jeden Tag aufs neue frisst du wie die kleine Raupe Nimmersatt dieses "Fast Food"-Weltbild in dich hinein. Ein Weltbild, welches "perfekt" erreichbar und das normale Leben als nicht gut genug erscheinen lässt!


Der Ausweg? Eine Woche Diät - Digital Detox. Das wird dir aber langfristig nichts nützen.


Mal eine Woche Auszeit tut gut, na klar. Aber das ist wie beim Essen. So schnell wie die Pfunde purzeln, kommen sie auch wieder drauf. Der bessere Weg ist langfristig deine Ernährung umzustellen. Das heißt die Art und Weise, wie und von wem du Informationen konsumierst.



Wie kann ich meinen Informations-Kühlschrank richtig füllen?


Grundsätzlich funktioniert es so, dass dir soziale Medien für jeden Like, den du da lässt, noch mehr von genau dem gleichen zum Fraß vorwerfen. Das kannst du aber ebenso für dich nutzen.


Du kannst den Algorithmus für deine Zwecke steuern. Du entscheidest selbst, welche Informationen du konsumieren willst. Überleg dir, wem du folgst und was du likest. Möchtest du von einem bestimmten Thema mehr Input haben, like es mehr und folge den entsprechenden Seiten. Möchtest du weniger Input haben? Folge den Seiten nicht mehr und lass auch keine Likes da.


Bei Informationen reden wir aber nicht nur über Social Media. Genauso steht es auch um Filme, Serien, Musik, Podcasts und alles andere. Der Algorithmus funktioniert bei Netflix oder Spotify oder wo auch immer übrigens ganz genauso!


Ich versuche deshalb meinen Informations-Kühlschrank entsprechend zu füllen. Das soll nicht heißen, dass ich jetzt nur noch in meiner "gesunden" Bubble lebe und alles Schlechte einfach ausblende. Unterschiedliche Perspektiven und Meinungen sind wichtig. Aber Leute, die mir täglich ein Selfie in einem anderen tollen Outfit präsentieren, gehören da sicher nicht zu.


Du kannst versuchen zu unterscheiden, was jemand eigentlich für ein Ziel mit seinen Posts, Videos, Podcasts hat. Likes, Geld? Unfollow! Wissen teilen? Begeisterung für eine Sache? Mehr davon!


Vielleicht meinst du jetzt jemand wäre sauer, wenn du ihm oder ihr nicht mehr folgst. (By the way: allein das ist schon so eine Sache, aber okay.) Falls du das umgehen willst, bieten dir die meisten Social Media Apps die Möglichkeit die Accounts einfach stumm zu stellen. Du folgst den Leuten zwar noch, aber dir werden keine Bilder, Stories o.ä. angezeigt.


Fülle deinen Informations-Kühlschrank lieber mit gesunden Inhalten und schmeiß' die vergammelten raus!



Gesunde Beziehungen


Unabhängig davon, ob die Aussage von Jim Rohn weiter oben stimmt oder nicht, überleg' dir mal kurz mit welchen 5 Menschen du am meisten Zeit verbringst.


Was haben die für Ansichten, Interessen, Lebenseinstellungen?


Ich vermute, dass sie nicht komplett verschieden sind. Du hast vermutlich mit jedem mindestens einen gemeinsamen Nenner. Ein Thema, über welches ihr euch einig seid, viel und lange reden könnt. Eventuell pusht ihr euch gegenseitig und sorgt dafür, dass ihr gemeinsam mehr erreicht.


Je nach Thema kann das super, super positiv sein oder aber auch komplett scheiße! Auch Nazis pushen sich gegenseitig.


Das heißt einerseits können dich soziale Beziehungen in deinen Ansichten bekräftigen. Und das unabhängig von der Ansicht. Auf Moral und Ethik will ich jetzt mal nicht weiter eingehen.


Andererseits wirst du aber auch von all den Ansichten beeinflusst, die ihr nicht teilt. Ihr müsst da nichtmal aktiv drüber reden. Wenn dein Gegenüber der Meinung ist Umweltschutz sei Schwachsinn und deshalb ständig seinen Müll auf die Straße wirft, könnte er dir das Bild vermitteln, dass das normal sei.


Je mehr und je öfter sich das wiederholt, desto normaler wird es auch für dich. Vielleicht wird es sogar irgendwann so normal, dass du, zumindest in der Gegenwart der Person, auch einfach mal den Müll auf die Straße wirfst. Es wird ja akzeptiert. Wiederholt sich das wieder und wieder, wirst du es irgendwann auch in Abwesenheit der Person tun.


Da wir Menschen in unserem Sein und Handeln konsistent sein wollen, wirst du es vermutlich sogar rechtfertigen. Das kann soweit führen, dass du deine Ansichten neu kodierst, damit sie zu deiner Handlung passen. Das heißt du handelst nicht immer nur nach deinen Ansichten, sondern änderst deine Ansichten auch entsprechend deiner Handlungen.



Wie kann ich meinen Beziehungs-Kühlschrank richtig füllen?


Im Grunde ist es genau wie bei den Informationen! Dir kann zum Glück niemand vorschreiben mit was für Personen du dich umgibst. Deshalb kannst du das auch hier für deine Zwecke steuern. Zieht dich eine bestimmte Person runter? Verbring weniger Zeit mit ihr. Möchtest du mehr Einfluss von einer bestimmten Personengruppe? Such Zugang dazu.


Klingt sehr idealistisch, ist mir bewusst. In Realität ist das natürlich nicht immer ganz so einfach, denn bei sozialen Beziehungen gestaltet sich die Umsetzung natürlich viel schwieriger, als bei einem Like auf Instagram oder LinkedIn.


Insbesondere deine Arbeitskollegen kannst du dir nur sehr indirekt selbst aussuchen. Außer du bist natürlich dein eigener Chef. In der Regel hast du aber nicht nur eine einzige Kollegin, sondern kannst dich mitunter von einigen auch distanzieren. Wirst du wahrscheinlich sowieso schon automatisch machen.


Frag dich einfach mal, was dir wichtiger ist: Deine langfristige Gesundheit oder kurzfristig den Ärger zu umgehen, eine Person, die dir sowieso nicht gut tut, vor den Kopf zu stoßen? Die Antwort ist wahrscheinlich relativ einfach.


Aber auch hier solltest du nicht systematisch alle Leute aus deinem Kühlschrank räumen, die ein anderes Weltbild haben. Diversität ist wichtig. Neue Perspektiven sind wichtig. Dein Weltbild ist nie im Leben das einzig richtige. Meins auch nicht.


Deshalb streich Menschen von deiner Einkaufsliste, die dich runterziehen und dir ständig nur erzählen, was du nicht kannst, darfst oder sollst. Menschen, die mal anderer Meinung sind, die Welt aber grundsätzlich positiv sehen, kannst du und solltest du auf jeden Fall drauf stehen lassen.



Langfristig die Ernährung umstellen


Wie beim Essen ist das Ziel also uns langfristig mit guten Informationen und Beziehungen zu ernähren. Power Diäten können kurzfristig helfen, aber deine psychische Gesundheit stoppt nicht am Ende der Diät.


Leider heißt das, dass du neben deinen Lebensmitteln nun auch noch eine Einkaufsliste für Informationen und Beziehungen schreiben musst. Zum Glück musst du für sie aber nicht jede Woche los.


Wenn du deine Einkaufsliste einmal gut ausformuliert hast und dein Kühlschrank entsprechend gefüllt ist, kannst du dich von Informationen und Beziehungen viel, viel länger ernähren, als von Brokkoli und Walnüssen. Du wirst zur großen Raupe Immersatt!


Die Zeit einmal richtig zu investieren und deinen Kühlschrank mit guten Zutaten zu füllen lohnt sich also. Besonders, wenn du langfristig gesund werden, gesund sein und gesund bleiben möchtest.



Guten Appetit!