• gabo

13 Dinge, die sich seit Corona verbessert haben.



Wenn ich mir manchmal die Nachrichten und auch die Leserstimmen dazu so durchlese, scheint alles Scheiße!


X neue Erkrankungen, Y Todesfälle, Z Menschen, die sich über die aktuellen Maßnahmen beschweren.


Ich habe mir mal die wirtschaftliche Entwicklung laut statistischem Bundesamt seit Beginn der Pandemie angesehen. Eigentlich habe ich mir hierdurch erhofft dir erzählen zu können, dass die Welt gar nicht so düster aussieht, wie die Medien oft berichten. Leider konnte ich keine einzige positive Statistik finden.


Zumindest wirtschaftlich - Ende 2020.


Davon wollte ich mich aber nicht entmutigen lassen, denn nichts auf dieser Welt bringt nur negative Folgen mit sich. Jede Medaille hat zwei Seiten. In allem steckt auch etwas positives.


Und im Fall von Corona sogar eine ganze Menge!


Digitalisierung vorangetrieben


Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie spricht in ihrem Fortschrittsbericht 2020 davon, dass die Krise uns hilft und helfen wird, die Digitalisierung weiter voranzutreiben.


Und genau das ist auch in vielen Unternehmen sowie öffentlichen Bereichen zu sehen. Durch die Verlagerung der Arbeit ins Home Office, wurden viele Unternehmen gezwungen ihre IT-Landschaft an das aktuelle Zeitalter anzupassen.


Windows XP und Blechkiste im Keller ist jetzt die absolute Minderheit. Viele Unternehmen wollen auch zukünftig weiter auf die Möglichkeiten der Digitalisierung setzen und ihren Mitarbeitern ständig die Arbeit aus dem Home Office ermöglichen.

CO2-Ausstoß verringert, bessere Luftqualität


Die Schüler dürfen durch Corona zwar Freitags nicht mehr auf die Straße gehen, brauchen sie aber (zumindest aktuell) auch nicht.


Vor allem im Verkehr hat die Pandemie einen deutlichen Rückgang für Emissionen bedeutet. Laut Global Carbon Project ist der weltweite CO2-Ausstoß in 2020 um rund 7 % geringer als 2019 ausgefallen.


Das wird sich sicherlich zukünftig wieder ändern, aber für den Moment hat es der Luftqualität gut getan.


Mehr Zeit durch Home Office


Mal ehrlich, wie sehr sind dir volle Straßen und überfüllter, öffentlicher Verkehr auf den Sack gegangen?


Vor allem Langstrecken-Pendler werden es aktuell genießen. Aber auch jedem, der nur 15 min zur Arbeit gebraucht hat, ist aufgefallen, dass er mehr Zeit zur Verfügung hat.


Mehr Zeit, die für verschiedenste Dinge genutzt werden kann und wird. Zu einigen davon kommen wir jetzt.



Bewussterer Lebensmittelkonsum


Beispielsweise wird die Zeit genutzt sich bewusster mit der eigenen Nahrungsaufnahme zu beschäftigen. Es wird vermehrt selbst gekocht, wofür natürlich Lebensmittel gekauft werden müssen.


Dabei kaufen wir aber nicht irgendwas, sondern wir wollen gesünder und bewusster essen. Bewusster im Sinne von regionaler und nachhaltiger.


Unternehmen, welche uns beim bewussteren und gesünderen Umgang mit Lebensmitteln unterstützen, sind deshalb absolute Corona-Gewinner. Hello Fresh hat beispielsweise seinen Umsatz in 2020 mehr als verdopplet.



Naturverbundenheit steigt


Na, gehörst du auch zu den vielen Menschen, die seit Corona "Spazieren gehen" unter ihren Hobbies listen würden?


Am liebsten gehen wir dabei aber nicht durch befahrene Straßen, sondern raus in die Natur. Es muss es aber gar nicht immer das Spaziergehen sein, dass uns in die Natur treibt. Genauso sind andere Aktivitäten in der Natur gestiegen - zum Beispiel Gärtnern, Landschaftsfotografie, Sport.


Wir finden seither öfter den Weg ins Grüne. Vermutlich auch, weil es uns hilft mit der Pandemie umzugehen. Zumindest bestätigt das eine aktuelle Studie.



Mehr Freiheiten durch Digitalisierung


Der Virus hat die Digitalisierung vorangetrieben und uns damit ganz neue Möglichkeiten des Arbeitens gegeben.


Wir müssen nicht mehr zwingend alle in einem Büro am gleichen Ort sitzen. Wir brauchen nicht mehr die teure Wohnung in der Stadt mieten. Wenn wir wollen können wir fast von überall arbeiten.


Ich konnte leider noch keine konkreten Zahlen dazu finden, aber diese Freiheiten werden dazu führen, dass viele Menschen ein ländlicheres Leben vorzuziehen werden. In jedem Fall hat jeder die Möglichkeit sich seine Umgebung freier zu wählen.


Schon ironisch. Corona begünstigt im Grunde das, wodurch es selbst begünstigt wurde. Viren entstehen vor allem dort, wo viele Menschen und andere Lebewesen sehr eng auf einen Haufen leben. Und genau dadurch wird der Haufen vermutlich ein wenig entzerrt.



Solidarität / Nächstenliebe


Wie sehr wurden eigentlich Krankenhauspersonal, Kassierer und andere "systemrelevante" Jobs vor der Pandemie geschätzt?


Vor 1,5 Jahren wäre doch niemand nur im entferntesten auf die Idee gekommen sich auf seinen Balkon zu stellen und eine Minute lang für Helfer zu applaudieren.


Ich habe viele Aufrufe und Aktivitäten gesehen, bei denen sich junge Menschen kostenlos angeboten haben die Einkäufe für Ältere zu erledigen, damit diese geschützt sind.


COVID-19 hat zu einem besonderen Maß dazu beigetragen, dass wir solidarischer miteinander umgehen und uns mehr um unsere Mitmenschen kümmern. Genau das berichten auch tausende Menschen in einer YouGov-Umfrage.

Wertschätzung der sozialen Kontakte


Wie sagt man so schön: Man möchte immer das, was man nicht hat.


Das liegt daran, dass uns erst durch Abwesenheit einer bestimmten Sache auffällt, wie wichtig sie uns eigentlich ist.


Wahrscheinlich ist uns das nirgends deutlicher als bei unseren Freunden und Familien aufgefallen. Online Meetings sind zwar eine nette Alternative und führen teilweise auch zu echt witzigen Situationen, aber sie sind sicher kein Ersatz.


Ich war letztes Jahr auf einem virtuellen Junggesellenabschied. Das war witzig. Das hat Spaß gemacht. Aber Offline wäre der Abend wahrscheinlich sehr viel länger und witziger gewesen (und vermutlich auch betrunkener).


In jedem Fall wissen wir mittlerweile sehr gut, wie viel uns unsere Kontakte bedeuteten. Wir schätzen sie mehr.


Wertschätzung allgemein

Den gleichen Punkt kann und möchte ich aber auch für alles andere machen.


Nicht nur soziale Kontakte sind eingeschränkt worden, sondern so ziemlich alle Freizeitbeschäftigungen. Zumindest die, bei denen wir das Haus verlassen.


Den nächsten Restaurantbesuch, das nächste Konzert - ich werd' es auf jeden Fall mehr genießen, weil ich nun noch viel deutlicher weiß, was ich daran habe.



Bessere Selbstkenntnis


Durch die ganzen nicht vorhandenen Möglichkeiten, hatten wir alle deutlich mehr Zeit mit uns selbst. Und sehr wahrscheinlich ist uns dabei aufgefallen, was wir wirklich brauchen und was komplett unnötig ist.


Wir kennen uns besser. Wir wissen jetzt, was wir vermissen und was nicht.

Mehr Menschlichkeit


Schmerzhaft mussten wir durch die Pandemie mal wieder erfahren, dass wir nicht stärker als die Natur sind. Wir können uns nicht einfach über die natürlichen Gesetzmäßigkeiten erheben und tun und lassen, was wir gerade wollen.


Wir sind Menschen, Tiere, Lebewesen. Nicht mehr und nicht weniger.


Dass uns das nun aber wieder bewusster ist, halte ich für einen extrem positiven Punkt. Zu wissen und zu akzeptieren, dass wir "nur" Menschen sind, führt auch wieder zu mehr Menschlichkeit.



Schnellste Forschung


Wie lange dauert es im Schnitt einen Impfstoff herzustellen? 13 Jahre!


Bei COVID-19 haben wir das Ganze 10-Mal so schnell geschafft.


Das zeigt, dass wir auf der Welt in der Lage sind über die Forschung in kürzester Zeit die ganz großen Themen voranzutreiben - wenn wir denn wollen.



Bürokratie beschleunigt


Allein die Zulassungsverfahren für Impfstoffe dauern normalerweise um die 1,5 Jahre. Also länger als Entwicklung und Zulassung bei COVID-19 zusammen.


Auch hier zeigt sich erneut, wenn etwas wirklich wichtig ist, sind wir in der Lage lange Bürokratieprozesse extrem zu beschleunigen. Und das weltweit!



Mir ist bewusst, wie viel Negatives die Pandemie mit sich gebracht hat. Viele positive Entwicklungen wurden um Jahre, wenn nicht sogar Jahrzehnte, zurückgeworfen. Es gibt unzählige individuelle Fälle, bei denen Existenzen zerstört und Leben genommen wurden.


Wie schon zu Beginn gesagt, bringt jede Änderung aber auch etwas positives mit sich. Ich habe hier sicher nur an der Oberfläche gekratzt und die nächsten Jahre werden erst noch zeigen, was sich alles daraus entwickelt.


Hoffentlich konnte ich dir aber eine etwas andere Perspektive und vielleicht auch ein wenig Mut mitgeben.


Bleib gesund!


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